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Die Bürger sind gegen Gigaliner

Demonstration gegen Gigaliner

Die große Mehrheit der Bürger lehnt die Zulassung von Riesen- LKW ab.

 

Sicherheit

Verkehrssicherheit

Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr

Feuerwehr bei einem Lkw-Unfall

Die Unfallstatistik des Straßenverkehrs zeigt: Die Gefahr zu sterben ist doppelt so groß, sobald ein LKW in einen Unfall verwickelt ist. Dabei gilt: Je schwerer das Gewicht der Fahrzeuge, desto gravierender die Unfallfolgen. Ein Monstertruck mit 60 Tonnen besitzt bei 80 km/h fast die gleiche Bewegungsenergie wie ein 40-Tonner mit Tempo 100, sowie den entsprechend langen Bremsweg. Was passiert, wenn so ein Ungetüm in ein Stauende auf der Autobahn rast, mag man sich gar nicht erst ausmalen.

 

Kurven, Einmündungen und Kreisverkehre

Auch die Länge von 25 Metern bedeutet ein Sicherheitsrisiko auf den Straßen. Kurven, Kreuzungen und Verkehrskreisel sind mit 25 Metern Länge schwer zu umfahren. Anders gesagt: Allein ihre schiere Länge macht Gigaliner zu einem rollenden Verkehrshindernis. 


Mit wachsender Länge nimmt der Platzbedarf eines Fahrzeugs bei Abbiegevorgängen zu. Auch die von den Herstellern als besonders wendig bezeichneten Fahrzeuge mit Gelenkachse im Auflieger, auch als Dolly bezeichnet, nutzen die Toleranzen maximal aus. Selbst wenn der Fahrer es schafft, die Idealfahrlinie einzuhalten, bleibt rechts und links eines Riesen-LKW kein Sicherheitsspielraum mehr. In der Praxis bedeutet dies, dass die vorgesehene Fahrbahn immer wieder verlassen werden muss, mit entsprechenden Folgen für die Verkehrssicherheit vor allem von Fußgängern und Radfahrern:

 

„Bewegungsspielräume und Sicherheitsabstände sind meist nicht mehr vorhanden, so dass bereits kleine Abweichungen von der hier gewählten Leitlinie zu Überfahrungen der angrenzenden Flächen führt.“ […] „Das Überfahren oder Überstreichen von Flächen im Seitenraum kann andere Verkehrsteilnehmer (v.a. Fußgänger und Radfahrer) gefährden […]“

Bundesanstalt für Straßenwesen (Deutschland), November 2006

 

Kreuzungen und Bahnübergänge

Gefahren entstehen auch durch die längeren Räumzeiten von Riesen-LKW auf Kreuzungen und Bahnübergängen. Ein 25-Meter-LKW braucht deutlich länger beim Ein- und Abbiegen. Beim Überfahren von Kreuzungen behindert er die PKW und macht die gesamte Verkehrssituation unübersichtlich.

 
Monstertruck blockiert eine Kreuzung in Stuttgart

Blockiert: Ein Riesen-LKW in Stuttgart. Überlange LKW benötigen mehr Zeit und Raum auf Kreuzungen und Bahnübergängen.

 

Leitplanken

Bei einem Unfall entwickelt ein LKW mit 60 Tonnen eine deutlich größere Aufprallenergie als ein 40-Tonner. Die Folgen sind verheerend. Ein besonderes Problem auf Autobahnen ist der Schutz des Gegenverkehrs vor Unfällen mit Riesen-LKW. Denn die Leitplanken können einem Aufprall von Riesen-LKW nicht standhalten. Schutzplanken mit höherem Aufhaltevermögen würden zu Lasten des PKW-Verkehrs gehen und dort schwerere Unfallfolgen bewirken - wenn sie überhaupt verfügbar wären:

 

„Ein weiteres Problem sind die bestehenden Schutzeinrichtungen an Straßen, die einen Anprall mit längeren und/oder schwereren Fahrzeugen nicht standhalten würden. Rückhaltesysteme für 60 t-Lastzugkombinationen sind derzeitig nicht verfügbar. Eine flächendeckende Ausstattung des Netzes ist wirtschaftlich nicht vertretbar.“

 

Bundesanstalt für Straßenwesen (Deutschland), November 2006

 
Lkw-Unfall auf der Autobahn
 

Parkplätze

Bereits heute reichen die Stellflächen für LKW auf Europas Rastplätzen nicht aus, damit die Fahrer ihre gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten können. In Rastanlagen parken LKW deshalb schon jetzt die Verzögerungsstreifen in den Zufahrten und die Beschleunigungsspuren in den Ausfahrten zu. Mit gravierenden, oft tödlichen Unfallrisiken für alle Verkehrsteilnehmer. Riesen-LKW werden dieses Problem noch verschärfen. Grund ist die unzureichende Länge der Stellflächen. LKW-Parkplätze sind für eine maximale Länge von 18,75 Metern ausgelegt - viel zu kurz für einen Riesen-LKW.

 
Gigaliner auf einem Autobahn-Parkplatz

Zu kurz für den Gigaliner: Parkplätze sind nicht für 25-Meter-Lkw ausgelegt.

 

Überholen

Jeder Autofahrer kennt das Problem, wenn er einen LKW überholen will: Er muss die Entfernung zum Gegenverkehr einschätzen, Seitenwinde berücksichtigen und hat es nicht selten mit mehreren hintereinander fahrenden LKW zu tun. Ein 25-Meter-LKW überragt einen konventionellen Lastwagen um die Länge zweier Kompaktwagen und macht damit den Überholvorgang länger, unübersichtlicher und risikoreicher.

Tunnel

Nachgewiesen sind auch die Sicherheitsrisiken, die von Riesen-LKW in Tunneln ausgehen. Mit größerem Ladevolumen eines LKW steigt auch die Brandlast, mit fatalen Folgen bei einem Unfall. Die Sicherheitsausstattungen der Tunnel sind für die erhöhten Brandlasten nicht ausgelegt. Wollte man das jetzige Sicherheitsniveau halten, wären millionenteure Nachrüstungen notwendig.

 
Auto beim Überholen eines 25-Meter-LKWs

Die Autofahrer-Perspektive: 25-Meter-Lkw machen den Überholvorgang länger, unübersichtlicher und risikoreicher.

 

Vergleich der Überholwege

(Pkw=100 km/h, Lkw=80 km/h, ohne ein- und ausscheren)

 

Der Vergleich zeigt: Der Überholweg verlängert sich gegenüber einem normallangen Lkw um bis zu 44 Meter. Entscheidende Meter, die im Ernstfall fehlen können.

 

 

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