Die große Mehrheit der Bürger lehnt die Zulassung von Riesen- LKW ab.
Wir nennen sie Riesen-LKW, weil sie riesig sind: Auf 25,25 Meter soll die zulässige Gesamtlänge von LKW angehoben werden, fordert die Gigaliner-Lobby, allen voran die Nutzfahrzeug-Hersteller und Großspeditionen. 25,25 Meter bedeutet über 50% länger im Vergleich zu einem konventionellen LKW und entspricht der Länge von sechs Volkswagen Golf. Gegenwärtig gelten noch deutlich geringere Höchstmaße für LKW in Europa. Ein herkömmlicher Lastwagen mit Anhänger darf maximal 18,75 Meter, ein Sattelzug höchstens 16,5 Meter lang sein.
Riesig: Ein Gigaliner ist so lang wie sechs aneinander gereihte Volkswagen Golf und mindestens 6,5 m länger als ein normaler LKW.
Gigaliner führen zu längeren Überholvorgängen. Ihre Bremswege sind länger. Sie haben längere Räumzeiten an Kreuzungen und Bahnübergängen. Kurz: Gigaliner sind ein rollendes Verkehrshindernis. Sie erhöhen die Unübersichtlichkeit im Verkehr und das Unfallrisiko für alle Verkehrsteilnehmer.
Das deutsche Bundesamt für Straßenwesen hat in einer Studie untersucht, wie sich Riesen-LKW auf die Verkehrssicherheit auswirken. Das Fazit der Bundesbehörde: "Mit größeren Fahrzeuglängen sind durch längere Überholvorgänge und Räumzeiten erhöhte Unfallrisiken zu erwarten."
Kein Wunder, denn die Straßeninfrastruktur ist nicht auf Riesen-LKW ausgelegt. Brücken, Kurven, Kreuzungen und Verkehrskreisel sind mit 25 Metern Länge schwer zu umfahren. Überlange LKW gefährden beim Ein- und Abbiegen andere Verkehrsteilnehmer. Radfahrer und Fußgänger sind hier besonders bedroht.
Um das gewohnte Sicherheitsniveau zu gewährleisten, müssten Tunnel, Brücken, Leitplanken, Rastplätze für Riesen-LKW umgerüstet werden. Der Ausbau würde Milliarden kosten - Kosten, die die Allgemeinheit trägt, damit einige Großspeditionen an den Riesen-LKW verdienen. "Wirtschaftlich nicht darstellbar", sagt auch das deutsche Bundesamt für Straßenwesen dazu.