Die große Mehrheit der Bürger lehnt die Zulassung von Riesen- LKW ab.
Seit der Bundestagswahl Ende 2009 treibt die Deutsche Bundesregierung das Thema Riesen-Lkw aktiv voran. Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP heißt es: „Wir wollen neue Nutzfahrzeugkonzepte durch die maßvolle Erhöhung der Lkw-Fahrzeuggrößen und –gewichte ermöglichen (…) Chancen und Risiken wollen wir in einem bundesweiten Feldversuch evaluieren.“
Kürzlich hat das Bundesverkehrsministerium einen Verordnungsentwurf für den Riesen-Lkw-Versuch vorgelegt, der auch das Streckennetz für übergroße Lkw aufführt:
Seit der Verkehrsministerkonferenz im Oktober 2010 steht fest, dass der Riesen-Lkw-Versuch nicht bundesweit stattfinden wird. Beim Treffen der Verkehrsminister der 16 Bundesländer hatte sich die Mehrheit der Länder gegen einen Versuch mit übergroßen Lkw ausgesprochen.
Wie stehen die Bundesländer zum geplanten Riesen-Lkw-Versuch des Bundes?
| dagegen | dafür |
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Baden-Württemberg |
Bayern |
Stand: November 2011
*Thüringens Verkehrsminister Carius (CDU) befürwortet zwar einen Versuch mit Riesen-Lkw, aber der Koalitionsvertrag der schwarz-roten Landesregierung spricht sich klar gegen weitere Experimente mit übergroßen Lkw aus. Dort heißt es: „Das Pilotprojekt zum Einsatz von Longlinern wird durch den Freistaat Thüringen nicht verlängert.“ Die SPD in Thüringen lehnt den Versuch ab.
Trotz der Ablehnung der Mehrheit der Bundesländer ist das Bundesverkehrsministerium offenbar fest entschlossen, überlange Lkw durch Deutschland fahren zu lassen. Mehrere Arbeitsgruppen befassen sich derzeit mit den Details für einen Versuch, der im Sommer 2011 starten und nicht weniger als fünf Jahre dauern soll. Eines ist bereits klar: Eine Beschränkung auf Autobahnen wird es nicht geben. Im Gegenteil, Bundesstraßen und sogar Kreisstraßen sollen ebenfalls befahren werden, wie die Bundesregierung verlauten ließ.
Zu den Profiteuren von Riesen-Lkw zählen vor allem Großspeditionen und Fahrzeughersteller. In Deutschland haben sich die Gigaliner-Befürworter zur sogenannten „Initiative für Innovative Nutzfahrzeuge“ zusammengeschlossen. Hinter dem sperrigen Namen verbergen sich unter anderem der Verband der Automobilindustrie (VDA), der Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) und der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). Einig sind sich die Verbände darüber, dass Lkw länger und schwerer werden sollen, wie lang und schwer genau, das ist auch bei den Befürwortern umstritten. So fordert der BGA 25-Meter-Lkw mit 60 Tonnen Gewicht, während der BGL gar 26,5 Meter lange Lkw favorisiert.
Seit 2006 hat es in mehreren deutschen Bundesländern bereits Versuche mit überlangen und zum Teil auch überschweren Lkw gegeben. Die meisten sind mittlerweile wieder eingestellt worden. Doch obwohl die Verkehrsminister der Bundesländer bereits im Oktober 2007 gemeinsam beschlossen, dass es keine weiteren Versuche mit Gigalinern geben soll, lassen die Befürworter nicht locker: Versuche wurden verlängert, andere sogar neu gestartet.
| Bundesland | Laufzeit | Art | Betreiber / Strecke |
| Schleswig-Holstein |
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25,25 m
40 t
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25,25 m
40 t
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25,25 m
40 t
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| Mecklenburg-Vorpommern |
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25,25 m |
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Dänemark: Vermeintlich begrenzter "Versuch" bis 2017 verlängert
Deutschland: Bundesregierung will Gigaliner testen - Mehrheit der Bürger und Länder dagegen
Niederlande: Jahrelange Tests schaffen Tatsachen