Die große Mehrheit der Bürger lehnt die Zulassung von Riesen- LKW ab.
EAC fordert Sicherheits- und Umweltaspekte höher zu gewichten
21.01.09. 25-Meter-lange Lastkraftwagen mit 60 Tonnen Gesamtgewicht, für viele Verkehrsteilnehmer eine Horrorvision. Dennoch kommt die Diskussion darüber wieder in Gang, seit dieser Tage eine von der EU-Kommission in Auftrag gegebene wissenschaftliche Studie öffentlich gemacht wurde. Sie kommt zu dem Schluss, dass der wachsende Güterverkehr die Zulassung sogenannter „longer and heavier vehicles“, kurz LHVs, auf Dauer unverzichtbar macht. Der Verbund Europäischer Automobil Clubs (EAC) kritisiert allerdings, die Auswirkungen auf Umwelt, Energieverbrauch und Verkehrssicherheit würden in dem Papier zu einseitig diskutiert.
Durchgeführt wurde die Studie vom privaten Gutachterkonsortium Transport & Mobility Leuven (TML). Die Experten räumen zwar ein, dass Megatrucks ein höheres Sicherheitsrisiko darstellen, als normale Lkw. Dieses Risiko sei aber hinnehmbar, weil sie wesentlich größere Ladevolumina besitzen. Würden sie normale Lkw ersetzen, könnte die Gesamtzahl der Fahrzeuge abnehmen. EAC-Geschäftsführer Matthias Knobloch betonte am Montag, es sei bedenklich, wenn ein aktuelles Sicherheitsrisiko durch eine nicht gesicherte Prognose entkräftet werden soll: „Die europäischen Verkehrssicherheitsziele, zu denen sich die Kommission und viele Partner verpflichtet haben, müssen im Vordergrund stehen.“
„Auffällig ist, dass die Perspektiven der Wirtschaft - also der ungestörte Güterverkehr - vor die Sicherheits- und Umweltaspekte der Bevölkerung gestellt werden. Die EU-Kommission müsse vor einer endgültigen Entscheidung auch die Ansicht aller Mitgliedsstaaten, der Verbände und Initiativen mit berücksichtigen“, so Knobloch. Auch die ungleiche Verteilung negativer Auswirkungen auf die einzelnen Mitgliedsstaaten scheint in der Studie nicht ausreichend berücksichtigt zu sein. Sie geht davon aus, dass vor allem Transitländer unter dem Verkehr der LHVs leiden werden. „Das bedeutet, dass einige Länder - vor allem die großen - von einem effektiveren Güterverkehr profitieren könnten, andere aber große Probleme mit gestiegenen Infrastrukturkosten und Verkehrsbelastungen haben werden.“
Nach Ansicht des EAC kann sich der steigende Güterverkehr nicht allein auf der Straße abspielen, sondern muss den Transport auf Schiene und Wasserwegen mit einbeziehen. „Auch die Wechselwirkungen zwischen der Entwicklung des Straßengüterverkehrs und den anderen Verkehrsträger müssen in der Analyse verstärkt berücksichtigt werden, sonst drohe ein Rückschritt auf dem Weg zu einem sicheren und nachhaltigen Güterverkehr,“ so der EAC-Sprecher.
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Matthias Knobloch, EAC-Geschäftsführer Tel.: 0049 30 278725 0