Die große Mehrheit der Bürger lehnt die Zulassung von Riesen- LKW ab.
Transitverkehr mit Gigalinern
Dänische und Niederländische Riesen-Lkw-Befürworter wollen Europa-weit fahren.
11.08.2010. In Dänemark und den Niederlanden drängen Befürworter von Riesen-Lkw darauf, Monstertruck-Versuche auf andere europäische Länder auszuweiten. Der dänische Abgeordnete Kristian Pihl Lorentzen forderte kürzlich seinen Parteifreund und dänischen Verkehrsminister Hans Christian Schmidt dazu auf, sich für die Ausweitung der Tests nach Deutschland und Europa einzusetzen. Laut der dänischen Verkehrszeitung Transportnyhederne sagte Pihl: „Es ist nicht akzeptabel, wenn Deutschland den Transitverkehr mit Riesen-Lkw durch Deutschland blockiert (…) Wir von Venstre legen großen Wert darauf, dass wir die Möglichkeit haben, das volle Potenzial von Riesen-Lkw (alias Umweltlastwagen) zu nutzen. Deshalb sollten sie auch durch Deutschland und weiter raus nach Europa fahren dürfen.“
Anlass der Forderung ist offenbar die Sorge dänischer Spediteure, bei einem Feldversuch mit Riesen-Lkw in Deutschland außen vor zu bleiben. Der Logistikbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Andreas Scheuer (CSU), hatte kürzlich mit Bezug auf den geplanten bundesweiten Test in Deutschland verkündet: „Es wird keine grenzüberschreitenden Verkehre geben."
Die Ankündigung der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Thüringen, am bundesweiten Feldversuch nicht teilzunehmen, stieß auch bei den niederländischen Riesen-Lkw-Befürwortern auf Unverständnis. Godfried Smit vom niederländischen Transportverband Evo wies darauf hin, dass in den Niederlanden heute bereits 500 überlange Lkw mit bis zu 60 Tonnen fahren würden. Laut DVZ macht die Absage NRWs und Thüringens vielen Niederländern einen Strich durch die Rechnung, die mit ihren XXL-Lkw deutsche Abnehmer beliefern wollten.
In Dänemark, Schweden und den Niederlanden sind Lkw mit 25 Metern Länge und 60 Tonnen Gewicht seit Jahren im Einsatz. Wirklich profitabel sind diese Lkw für die Speditionen erst, wenn sie auf langen Distanzen in Europa eingesetzt werden können – also auf Routen, die derzeit häufig per Eisenbahn oder Binnenschiff bedient werden.